Warum es sich lohnt zu schreiben

Ich denke, jeder Schriftsteller stellt sich an irgendeinem Punkt in der Entstehungsphase seines Buches die Frage: Warum tue ich mir das eigentlich an? Wofür lohnt es sich?

 

Und diese Frage ist ja auch mehr als berechtigt. Es gibt hunderttausende Bücher auf dieser Welt, hunderttausende Bestseller und so viele Autoren, die zwar ein Buch geschrieben haben, aber von keinem Verlag angenommen wurden und sich den Schritt zum Selfpublishing auch nicht getraut haben. Ich habe mich über das Thema mit dem deutschen Autoren und Historiker Christian Krumm unterhalten. Und weil ich selbst nicht besser in Worte fassen kann, möchte ich an dieser Stelle zitieren, wie er meine Frage beantwortet hat.

 

"Es sind solche Phasen, glaube ich, in denen man merkt, ob einem das Schreiben wirklich liegt. Diese Monate, vielleicht Jahre, in denen man nur am Schreibtisch sitzt, ohne dass ein Fremder auch nur eine Zeile liest. Aber man will es, man ist wbesessen, es tut einfach weh, wenn man es nicht tut. Man recherchiert, man liest andere Bücher, man tüftelt an jeder Szene, an jeder Zeile, man ändert, man streicht, tötet und verbrennt Ideen und lässt aus ihrer Asche neue entstehen, wie einen Phönix. Und am Ende hat man etwas, das so viel mehr ist als nur geschriebene Gedanken. Man hat ein Lebewesen aus Papier und Worten erschaffen, sein Kind, das atmet, sich bewegt, das mit Dir redet und in dessen Augen du dein eigenes ich auf eine völlig neue Art und Weise siehst. Du liebst es, aufrichtig, egal was die anderen sagen, egal, was daraus wird, weil es eben dein Kind ist. Wenn das bei dir so ist, dann lass dir nichts erzählen, dann wirst du alles richig machen."

 

Ein richtiges Wow-Zitat. Eins, wo man beim Lesen das Adrenalin in seinem Blut spürt und am liebsten die ganze Zeit "JA!" schreien will. Und ich denke, dieses Gefühl von Liebe, Stolz und Dankbarkeit, das man nach Abschluss eines Manuskripts fühlt, dafür lohnt es sich. Dafür lohnen sich durchwachte Nächte, verpasste Partys, ein kaputter Rücken. Egal, was mit dem eigenen Werk passiert. Selbst, wenn man es nur in kleiner Auflage selbst druckt für seine Familie. Oder wenn man es selbst veröffentlicht. Oder wenn man einen Verlag findet. Für dieses Gefühl muss man einfach am Ball bleiben und schreiben, schreiben, schreiben.

 

Übrigens, wenn euch das Zitat von Christian neugierig auf mehr gemacht hat, könnt ihr ihm auf Twitter unter @AutorKrumm folgen.

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