Zwischen Eifersucht, Hassliebe und dem Drang zu lernen

Diese Gefühle sind wohl jedem bekannt, egal, wie berühmt oder erfolgreich er ist. Es gibt immer noch jemanden, der besser schreiben kann, der mehr Bücher veröffentlicht hat, der mehr Follower auf Twitter hat.

Aber wo soll man denn anfangen?

Ich bin als unbekanntes Küken hierher gekommen, wurde ins kalte Wasser der Autorenwelt geschmissen, ohne dass man mir wirklich das Schwimmen beigebracht hat. Gefühlt hat je-der, dem ich auf Twitter folge, mehr Tweets und Follower als ich. Jeder Blogartikel, den ich lese, bekommt mehr Klicks als meiner. Und jeder Autor hat schon gefühlt zwanzig Bücher bei renommierten Verlagen veröffentlicht, während ich da ganz am Anfang stehe. Außerdem kennt jeder jeden und die Community ist eine eingeschworene Gemeinschaft.

Zumindest ist das das, was ich als ersten Eindruck habe.

Dabei steckt da so viel mehr dahinter. Jeder hat mal mühsam und klein angefangen, das darf auch ich nicht vergessen. Und sie alle, die ich so bewundere, haben monatelang verzweifelt Artikel geschrieben, Tweets verfasst oder auch ihrem Manuskript den letzten Feinschliff verliehen. Sicher gibt es immer wieder Überflieger. Menschen, die innerhalb eines Monats ein 500-seitiges Manuskript fertig haben und nebenbei auch ganz ohne Zutun neue Kontakte über die Social Media knüpfen. Aber das dürften Einzelfälle sein. Meistens steckt hinter den Ideen und der Kreativität noch etwas ganz wichtiges: GEDULD. Das, was mir gerade am schwersten fällt. Ich kann nicht erwarten, dass mit einem Blogbeitrag schon 100 Leser gewonnen werden. Aber ich kann hoffen, dass ich mit dem zweiten Blogbeitrag einen festen Leser gewinne. Hier geht es wieder darum, sich kleine und realistische Ziele zu setzen.

Meine Tipps und Tricks, um besser mit widersprüchlichen Gefühlen umzugehen:

1. Gedulde dich. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.


2. Engagiere dich. Schreib die Leute an, geh auf der Straße auf sie zu. Bestenfalls gewinnst du neue Leser, schlimmstenfalls passiert gar nichts. Also, was hast du zu verlieren?


3. Werde Meister auf deinem Gebiet. Du schreibst Romane? Dann sieh zu, dass du alles über den Aufbau von Handlungen und Dialogen sowie Spannungserzeugung weißt (über die Spannungserzeugung werde ich diese Woche auf jeden Fall schreiben!). Du schreibst Sach-bücher? Na dann versteht es sich ja von selbst, dass du alles über das Thema lernen musst, über das du schreibst.


4. Akzeptiere dich und deinen Körper. Es gibt Tage, da läuft einfach gar nichts. Du bist erschöpft und lustlos. Gib dich dem hin! Solange es nur ein paar Tage sind: sei auch mal faul, versuche bloß nicht, dir ein paar Wörter abzuquälen, damit du deine Statistik schaffst. Da kommt eh nichts gescheites bei raus.


5. Lerne von anderen. Sei nicht eifersüchtig (naja, ein bisschen vielleicht schon) und versuche, von berühmten Schriftstellern und erfolgreichen Menschen zu lernen. Schreibe sie an, mehr als dich ignorieren können sie nicht. Und es sind auch nur Menschen, vielleicht freuen sie sich sogar, dass du mit einem Problem auf sie zukommst. Wenn du dich das nicht traust, dann verfolge ihren Werdegang. Sieh dir an, was sie posten. Versuche, dich ähnlich zu verhalten (natürlich ohne deine eigene Persönlichkeit zu verlieren!).

Ich bin auf jeden Fall noch am üben. Zur Zeit ist es für mich einfach enorm wichtig, Kontakte zu knüpfen und mich in der Welt des Schreibens erst einmal zurechtzufinden. Aber ich glaube daran, dass jeder erfolgreich werden kann, wenn er nur „genug Geduld und Spucke“ hat, wie es meine Oma jetzt ausdrücken würde!

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