Tipps und Tricks zum Spannungsaufbau

Fakt ist: wer nicht gerade ein Sachbuch schreibt, muss in seiner Geschichte Spannung erzeugen. Niemand möchte ein Buch lesen, bei dem er fast einschläft. Das höchste Ziel ist für Autoren ist hier, dass der Leser das Buch verschlingt, es nicht aus der Hand legen kann, weil er wissen will, wie es weitergeht. Deshalb habe ich hier  Tipps und Tricks zusammengestellt, die Geschichten spannender und unterhaltsamer machen können.

1. DER INHALT

Hier gibt es schon das erste Problem. Um Spannung zu erzeugen musst du etwas zu erzählen haben. Es reicht nicht, wenn du einfach den Tagesablauf der Protagonisten schilderst. Es muss eine Story geben, die es sich lohnt zu lesen. Dies kannst du erreichen, durch

•    Konflikte. Egal in welcher Größenordnung, eine gute Story lebt von Konflikten. Das geht von der Entscheidung der Protagonistin, welches Kleid sie zum Ball anziehen soll bis hin zur Frage, ob sie an dem Abend ihren Exmann mit dem Messer ersticht. Kleine Konflikte kannst du im Laufe der Geschichte überall einstreuen, während große Konflikte auf das wesentliche reduziert werden sollten.

PRO TIPP: Konfliktsituationen zu schreiben ist nicht so einfach. Da hilft nur üben, üben, üben. Und dies gelingt dir am leichtesten, wenn du dir jeden Tag 5 Minuten Zeit nimmst und über eine Konfliktsituation in deinem Alltag schreibst. Mal in Dialogform, mal einfach nur als Szenenbeschreibung. Wenn du das öfter gemacht hast, wirst du darin auch besser.

•    Beziehungen. Wirklich spannend wird eine Story erst dann, wenn der Leser eine Beziehung zu deinen Figuren aufgebaut hat. Spare nicht an Charakterisierungen. Der Leser muss sich mit deinem Helden identifizieren können, er muss in sich den Wunsch verspüren, dass der Held siegt und der Bösewicht ausgelöscht wird.

•    Informationen. Hier darfst du gern sparen, oder auch nicht. Es gibt verschiedene Methoden:

1. Der Leser weiß es, der Protagonist nicht
Damit kannst du Spannung erzeugen, indem du in dem Leser das Bedürfnis weckst, den Protagonisten zu warnen, während dieser blind in sein Verderben läuft. Der Leser fiebert nun mit, ob der Protagonist aus der Situation heile wieder rauskommt-
2. Der Leser weiß es nicht, aber der Protagonist weiß es
Hier entsteht Spannung, indem der Leser jeden Schritt des Protagonisten aufmerksam verfolgt und selbst grübelt, wie wohl die nächsten Schritte sein werden.
3. Der Leser und der Protagonist wissen es nicht
Wenn auch der Protagonist erst herausfinden muss, wie er sich verhalten soll, entsteht Spannung. Der Leser würde am liebsten mit dem Protagonisten beratschlagen, was als nächstes zu tun ist.


2. DIE STRUKTUR

Hier gilt das, was du in der Schule vermutlich schon hundert Mal gehört hast: bau dir einen vernünftigen Spannungsbogen auf. Deine Geschichte kann mit einer Einleitung starten, in der du auch die Figuren vorstellst und charakterisierst. Dann sollte die Story spannender werden, zum Höhepunkt führen und letztendlich mit dem Schlussteil langsam zum Ende führen. Natürlich kannst du auch im Hauptteil variieren und zwischendurch einen „kleinen“ Höhepunkt einfügen, die Spannung wieder abfallen lassen und plötzlich dann nochmal aufbauen und zum „großen“ Höhepunkt führen. Wichtig ist aber, dass es auch Phasen gibt, in der keine Spannung erzeugt wird. Denn zu viel Spannung kann den Leser auch irgendwann langweilen. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Normalerweise wird in Büchern eher zu wenig Spannung erzeugt als zu viel. Und was zu viel ist, sagen die spätestens deine Testleser.

3. DIE SPRACHE

„Rudi lief lange im düsteren Wald umher, bis er endlich an eine Lichtung gelangte, an der er kurz stehen blieb um zu lauschen, ob von seinen Verfolgern noch etwas zu hören war.“

„Rudi lief lange im düsteren Wald umher. Endlich gelangte er an einer Lichtung. Er blieb kurz stehen und lauschte. Von seinen Verfolgern war nichts mehr zu hören.“

Wenn du die beiden Sätze miteinander vergleichst, merkst du auf Anhieb einen Unterschied. Ein langer, verschachtelter Satz führt dazu, dass der Leser das Interesse verliert, womöglich sogar mehrmals lesen muss, um den Kontext zu verstehen. Kurze und knappe Sätze hinge-gen erzeugen Spannung. Sie geben dem Leser das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Lange Sätze kannst du dazu verwenden, Menschen oder orte zu beschreiben. Oder auch, wenn du mal eine ruhigere Phase in deine Geschichte einbauen kannst. Aber für den Höhepunkt brauchst du kurze Sätze. Wirklich.

Habt ihr noch andere Tricks und Tipps für mich? Wenn ja, schreibt sie gern in die Kommentare!

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