Autoren und Steuern

Abnutzbare Wirtschaftsgüter

Weil mich schon einige gefragt haben, was sie denn nun in ihrer Steuererklärung machen sollen, wenn sie sich einen Laptop, Handy oder ähnliches angeschafft haben, schreibe ich nun einen vollständigen Blogartikel drüber. Allerdings möchte ich hier nicht jeden Spezialfall aufzählen, geschweige denn alle Möglichkeiten anreißen. Mir ist wichtig, dass euer Grundverständnis für das Thema sich verbessert. Denn in Sonderfällen sollte immer ein Steuerberater konsultiert werden.

 

Also vorab: was sind überhaupt abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter?

Wirtschaftsgüter sind in den Fällen, die ich euch vorstellen möchte, insbesondere Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Ich spreche hier auch nur von materiellen Wirtschaftsgütern, nicht von Geschäfts- oder Firmenwerten oder Software.
Abnutzbar ist ein Wirtschaftsgut, wenn es der mehrjährigen Nutzung fähig ist. Sprich ihr habt nicht nur dieses Jahr etwas davon, sondern könnt es idealerweise mehrere Jahre nutzen, bis es irgendwann kaputt geht.
Beweglich erklärt sich wohl von selbst. Beweglich ist alles, was nicht fest mit Grund und Boden verankert ist, zumindest vereinfacht ausgedrückt.

 

Beispiele:

  • Laptop
  • Handy
  • Auto
  • IPad/ Tablet


Da der Laptop ein unverzichtbares Werkzeug für Autoren ist, möchte ich euch einen Fall vorstellen, den ich immer in einigen Abwandlungen beschreibe. Ich finde immer, dass am Beispiel viel besser zu verstehen ist, was eigentlich gemeint ist. Also, wir stellen uns vor, du willst deine Steuererklärung für das Jahr 2017 abgeben.

ACHTUNG: Die grünen Fälle gelten für Autoren, die Kleinunternehmer oder nicht umsatzsteuerpflichtig sind. Für Autoren, die eine Umsatzsteuererklärung abgeben müssen, beschreibe ich den Fall noch einmal in lila.

 

1. Fall:
Du hast dir am 01.01.2017 einen Laptop für 400 € brutto gekauft.

 

Möglichkeit 1:

Du ziehst ihn sofort als Aufwand von deinen Einnahmen ab. Bis zu einem Betrag von 410 € handelt es sich um geringwertige Wirtschaftsgüter, die sofort abzugsfähig sind.

ACHTUNG: 2018 hat sich die Grenze auf 800 € erhöht!

 

Möglichkeit 2:

Du bildest einen Sammelposten. Alle Wirtschaftsgüter, die du dir in 2017 angeschafft hast, und die über 150 € (2018: 250 €), aber maximal 1.000 € gekostet haben, werden in diesem Posten zusammengefasst und dann über 5 Jahre abgeschrieben. Diese Variante wird eher selten genutzt, da der abziehbare Aufwand im laufenden Jahr dann eher gering ist. Wenn du aber ansonsten hohe Verluste einfährst und die Möglichkeit besteht, dass das Finanzamt diese nicht enerkennt, kannst du die Variante wählen, um deine Verluste zu mindern.

 

Bei Umsatzsteuerpflicht:

Hier kannst du nur den Nettobetrag als Betriebsausgabe absetzen. Das wären dann 336,14 €. Die Umsatzsteuer in Höhe von 63,86 € kannst du dir als Vorsteuer über die Abgabe der Umsatzsteuererklärung wiederholen.

 

2. Fall:

Du hast dir am 01.05.2017 einen Laptop für 420 € brutto gekauft.

 

Möglichkeit 1:

2017 kannst du den Laptop nicht mehr als geringwertiges Wirtschaftsgut absetzen, da du die Grenze von 410 € überschritten hast. Du schreibst ihn also ganz normal über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 Jahren (also im Jahr 140 €) ab. Aber aufgepasst: du hast ihn ja im Laufe des Jahres erworben. Somit kannst du die lineare Absetzung für Abnutzung (AfA) nur zeitanteilig geltend machen. Du kannst folgende Aufwendungen absetzen:

 

  • 2017: 420 € / 3 Jahre = 140 € x 8/12 = 93,33 €
  • 2018 und 2019: 140 €
  • 2020: 140 € x 4/12 = 46,67 € (sozusagen der "Rest", damit man auf genau 3 Jahre kommt)

 

Möglichkeit 2:

Du bildest einen Sammelposten. Lösung siehe Fall 1.

 

Bei Umsatzsteuerpflicht:

Hier kannst du wieder nur den Nettobetrag als Betriebsausgabe absetzen. Das wären dann 352,94 € x 8/12 = 235,29 €. Die Umsatzsteuer in Höhe von 67,06 € kannst du dir als Vorsteuer über die Abgabe der Umsatzsteuererklärung wiederholen. Die wird übrigens nicht "gezwölftelt"!

 

3. Fall:
Du hast dir am 01.01.2017 einen Laptop für 1.200 € gekauft.

 

Ganz klar: Hier führt nur noch ein Weg über die normale Abschreibung. Ein sofortiger Abzug als geringwertiges Wirtschaftsgut scheidet aus, genauso die Bildung eines Sammelpostens.

 

So einfach ist das? Gibt es keine weiteren Möglichkeiten?
Doch, natürlich. Es gibt immer noch viele andere Möglichkeiten. Zum Beispiel könntest du auch die degressive AfA anwenden. Was das bedeutet? Nun, die degressive AfA ist so aufgebaut, dass im Jahr der Anschaffung die Abschreibung möglichst hoch ist und in den Folgejahren sinkt. Soll heißen: letztendlich kannst du MAXIMAL die Anschaffungskosten in voller Höhe abschreiben, ob du nun die lineare AfA benutzt oder die degressive. Der Unterschied liegt einzig darin, wie viel Ausgaben du im laufenden Jahr geltend machen kannst. Da die degressive AfA nicht so einfach zu berechnen ist, wird in den allermeisten Fällen eh die lineare AfA angewendet. Wer sich dennoch dafür interessiert, hier findet ihr ein schönes Beispiel, wie sie sich berechnet:

 

https://www.haufe.de/unternehmensfuehrung/profirma-professional/degressive-abschreibung-22-wie-hoch-ist-die-degressive-afa_idesk_PI11444_HI2284495.html

 

Bei größeren Betrieben bietet sich auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Sonder-Afa, wenn gewisse Grenzen erfüllt werden. Hier können im Jahr der Anschaffung noch zusätzlich 20 % der Anschaffungskosten steuermindernd abgesetzt werden.

 

Das war meine kleine, kurze und knappe Einführung in das Thema der abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter bezogen auf die Tätigkeit als Autor/in. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich immer!

 

 

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