Rechnungen und Umsatzsteuer

Hallo ihr Lieben, da sich doch einige von euch dafür interessiert haben, dreht sich mein Artikel heute um das Thema Rechnungen und Umsatzsteuer. Vorerst ein paar Begrifflichkeiten kurz wiederholt: 


Umsatzsteuer: das ist die Steuer, die ihr auf eure Umsätze bezahlt. Der Steuersatz beträgt normalerweise 7 % oder 19 %. Umgangssprachlich ist die Umsatzsteuer auch als Mehrwertsteuer bekannt. 


Vorsteuer: das ist die Steuer, die ihr euch aus Rechnungen von anderen Unternehmern abziehen könnt. Sprich, wenn euch ein Unternehmer eine Rechnung von 119 € erstellt, in der 19 € Umsatzsteuer enthalten sind, könnt ihr diese Umsatzsteuer als Vorsteuer von der Umsatzsteuer abziehen, die ihr für eure Umsätze ans Finanzamt zahlen müsst (vorausgesetzt ihr habt die Lieferung/ Leistung für euer Unternehmen bezogen).


So ist es vereinfacht dargestellt. Ich möchte noch einmal betonen: im Umsatzsteuerrecht gibt es haufenweise Regeln mit haufenweise Ausnahmen und haufenweise Ausnahmen der Ausnahmen, usw. Was ich hier erkläre, sind die Grundlagen. Falls ihr spezielle Fragen habt, könnt ihr mir eine E-Mail schreiben oder einen Kommentar dalassen. 


Nun zum eigentlichen Thema: Rechnungen. Wenn ihr eine Leistung erbringt oder einen Artikel (z.B. euer Buch) liefert, kommt ihr nicht drum herum, eine Rechnung zu schreiben. Naja, eigentlich. In der Praxis ist es sicher so, dass viele von euch ihre Bücher auf Lesungen verkaufen und dort einfach nur das Geld „in die Tasche“ stecken (und natürlich ihre Einnahmen aufzeichnen). Bei Privatpersonen ist das auch gar kein Thema. Wenn aber ein Unternehmer euer Buch kauft (insbesondere eben Buchhandlungen), will der eine Rechnung haben. Denn auch er muss gegenüber dem Finanzamt seine Ausgaben nachweisen. 


Also, wie schreibt ihr eine Rechnung?


Ganz einfach: Google „Rechnungsvorlage“ Bilder anklicken, eine aussuchen, eure Daten übertragen.


Nein, ganz so einfach ist es nicht. Aber einfacher als gedacht. Der Gesetzgeber hat nämlich eine Regelung geschaffen, die das Rechnungsschreiben gerade für kleine Unternehmer vereinfacht. 


Kleinbetragsrechnungen, das heißt Rechnungen, die einen Wert von weniger als 250 € ausweisen, unterliegen gesonderten Regeln zur Rechnungsschreibung. 


Hier müssen folgende Daten enthalten sein: 


- Name, Anschrift

- Ausstellungsdatum der Rechnung

- Menge und Art der gelieferten Gegenstände bzw. Art und Umfang der Leistung

- Bruttobetrag inkl. Umsatzsteuer

- Steuersatz (und ggf. ausgewiesener Steuerbetrag- ist keine Pflicht)

- Und wenn ihr Kleinunternehmer seid (was das ist, habe ich in einem anderen Artikel schon einmal erklärt) dann müsst ihr noch einen Hinweis darauf geben!


Wenn die Rechnung einen größeren Betrag ausweist, ist zwingend die Angabe der Umsatzsteueridentifikationsnummer sowie der Steuernummer notwendig. Diese werden euch in der Regel von Finanzamt zugeteilt. 


Außerdem müsst ihr der Rechnung eine fortlaufende Bezeichnung geben. 

Was ihr euch ausdenkt, ist egal, es darf nur keine Lücke geben (also erlaubt ist: 2018001, 2018002, ..., 2018098 usw. nicht erlaubt ist: 2018956, 2018744, usw.) 


Klingt gar nicht so kompliziert, oder?


Wer das doch kompliziert findet: es gibt bei Google wirklich tausende von Rechnungsvorlagen, manche kostenlos, manche kostenpflichtig. Diese könnt ihr euch auch einfach runterladen. Die meisten Angaben stehen da schon vorgegeben und ihr müsst sie nur anpassen.


So, und noch etwas: wenn ihr eine falsche Rechnung schreibt, kann das dazu führen, dass das Finanzamt dem Leistungsempfänger den Vorsteuerabzug verweigert. Es gibt zwar die Möglichkeit, eine Rechnung zu berichtigen, aber das ist mit viel Aufwand verbunden. Also, gleich beim ersten Mal Mühe geben! Ihr könnt ja dann auch einfach eine Vorlage abspeichern und die immer wieder verwenden.


War der Artikel hilfreich oder haben sich jetzt noch mehr Fragen ergeben? Wenn ja, lasst doch einfach einen Kommentar da!


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