B E R G W A N D E R U N G

Was hält dich von ab, in die Berge zu ziehn? 

Wo der Wald mit dir redet, wo die Blumen erblühn, 

wo das Leben einen anderen Gang geht. 


Dort triffst du die Eiche, mächtig und schön, 

die schon hundert mehr Winter als du hat gesehn.

Die die Stille um dich herum versteht. 


Gehst weiter, am rauschenden Bache vorbei. 

Blickst ins Wasser, fühlst dich mutig und frei. 

Während um dich ein starker Wind weht. 


Ein paar Schritte, du hörst die Vögel laut singen.

Spürst den tiefen Frieden, als die Töne erklingen,

und den wohligen Schauer, der über dich ergeht. 


Dein Blick geht nach vorn, siehst die Bergspitze fast,

wirst schneller, du glaubst, dass du sonst was verpasst. 

Weil das Leben hier einen anderen Gang geht. 


Am Ziel angekommen, dein Herz droht zu zerspringen, 

du merkst, wie die Gefühle miteinander ringen. 

Und in diesem Moment weißt du, wo du stehst. 



D I E S C H L U C H T

Wir standen hoch droben 

zu zweit,

und doch allein. 

Spürten ein Beben im Boden. 

Worte 

schien` verlorn zu sein. 

Steil fiel die Schlucht ab. 

Bis ins Tal 

reichte meine Sicht. 

Auch wenn es so viel zu sagen gab.

Meine Augen 

erreichten dich nicht.

Die Sonne ging unter.

Das Licht

schimmerte nur noch schwach.

Die Tiefen hinunter, 

mein Herz,

sah ich dir nach. 


E I N S O N N T A G I N D E N B E R G E N

Höre, wie die Glocken schallen, 

tief in dir wohnt dein Glück.

Schreie, bis die Berge hallen, 

es führt kein Weg zurück. 


Rieche, wie die Veilchen duften, 

und wie dein Herze brennt.

Du kannst ja auch noch später schuften, 

Heut sei dir Arbeit fremd.


Schmeck die Luft auf deiner Zunge, 

wie sie dich mit Frohsinn füllt. 

Wie glücklich streckt sich deine Lunge, 

die Brust vor Stolze auch anschwillt.


Jauchze, juble, übers Meer hinaus, 

denk heut noch nicht an Morgen. 

Träume vom Leben in Saus und Braus, 

ohne Kummer, Wut oder Sorgen.